Alvion2 - Der Vylaania-Zyklus

Die Suche (Band 1 der Alvion2-Trilogie)

Alvion 2 Der Vylaania-Zyklus Die Suche

 

Der grausame Krieg, den Molaar, der mächtigste Magier, den Velia je gekannt hat, von langer Hand vorbereitet und den arglosen Ländern Septrions aufgezwungen hatte, ist vorüber.Weite Teile Septrions sind verwüstet, Vylaan und die anderen großen Städte Soliens sind weitgehend zerstört, König Melior ist tot, seine Regierung
existiert nicht mehr, die Menschen sind in diesem Chaos auf sich allein gestellt. Molaar selbst ist tot, er starb in einer gemeinsamen Aktion der "Kinder Velias", angeführt von Salina, Alvions geliebter Magierin, die aber, noch bevor die "Kinder Velias" Molaars Leben ein Ende setzen konnten, ihrem finsteren Gegner im finalen Kampf, der unter Aufbietung aller magischen Kräfte der beiden Kontrahenten geführt wurde, unterlag und in einem Feuerball verging.
Einzig Alvion ist überzeugt davon, dass Salina sich im letzten Moment retten konnte. Er macht sich zusammen mit seiner Schwester auf die schier aussichtslose Suche nach Salina, doch er weiß, dass er dazu die Hilfe der Magier des Ordens vom Seelenwald braucht, aber der Orden hat sich aufgelöst, die Magier sind verschwunden ...

 

Leseprobe

Als sie etwa eine halbe Stunde später durch das zerstörte und noch nicht wieder reparierte Stadttor ritten, ohne dass irgendwer versucht hätte, sie aufzuhalten, konnten sie erkennen, dass Ulyssa einigermaßen gut davongekommen war, vermutlich wegen der großen Bedeutung des Hafens. Die Eroberer hatten sogar darauf verzichtet, die Mauern zu schleifen, vermutlich, weil ihnen die Stadt letztendlich kampflos zugefallen war, dennoch befiel Alvion vom ersten Augenblick an Unruhe, als sie die Stadt betreten hatten. Zwar standen die meisten Häuser noch, doch nicht nur er, sondern auch seine Schwester hatten sofort den Eindruck von Verwahrlosung und Ärmlichkeit, gepaart mit einer fast unnatürlichen Stille, die über der Stadt lag, obwohl deutlich genug zu sehen war, dass die meisten Häuser bewohnt waren. Trotz der frühen Morgenstunde sahen sie bereits einige Menschen auf der breiten Straße, die geradewegs ins Zentrum Ulyssas führte, und fühlten deren spürbare Abneigung und erkannten eine unbestimmte Furcht in deren Augen.
„Das gefällt mir ganz und gar nicht!", sagte Alvion leise.
„Was meinst du?", fragte sie und beugte sich im Sattel zu ihm hinüber.
„Ich war lange genug kreuz und quer durch Septrion unterwegs und habe dabei die übelsten Flecken gesehen. Es ist eine Art von Sinn für Gefahr, den man dabei entwickelt und der meldet sich gerade sehr nachdrücklich. Ulyssa ist im Moment ein sehr gefährlicher Ort. Wir hätten nicht bei Tag herkommen dürfen und erst recht nicht auf Pferden!"
Alvion verfluchte innerlich seine Nachlässigkeit, an so etwas nicht früher gedacht zu haben. Er musste sich zusammennehmen und den Blick auf die wesentlichen Dinge richten, daher beherrschte er sich jetzt auch wieder, denn es war zu spät, um noch etwas zu ändern. Er hatte einen Fehler gemacht, das war jetzt nun einmal so, nur weitere konnten sie sich nicht erlauben. Genau darum verzichtete er auch darauf, jemanden anzusprechen, weil ihm sein Instinkt sagte, dass das ein Fehler sein mochte, der nicht mehr zu korrigieren war. Aus den Augenwinkeln sah er in einer kleinen Gasse zwischen zwei schäbigen Häusern eine huschende Bewegung und hielt sein Pferd an. Lyria, die gerade etwas sagen wollte, folgte seinem Beispiel und blickte ihn fragend an.
„Was ist los, Alvion?"
Mit zusammengekniffenen Augen blickte sich Alvion um, ehe er seine Augen starr geradeaus richtete und ohne sie anzublicken, antwortete:
„Man beobachtet uns! Und irgendjemandem wird bald mitgeteilt, dass Fremde in der Stadt sind. Seit wir durch das Tor geritten sind, habe ich zu viele betont heimliche Bewegungen gesehen."
Einen Moment lang schwieg er nach diesen Worten, ehe er noch einen schauerlichen Fluch hinzufügte.
„Alvion, was ...", setzte Lyria zu einer Frage an, als sie sein vor Zorn verzehrtes Gesicht bemerkte.
„Ich hätte höchstens noch eine Gruppe Musiker bezahlen können, dass sie uns voraus in die Stadt zieht, damit es auch wirklich keinem entgeht, dass wir kommen!", fiel er ihr mit sarkastischem Lächeln ins Wort, doch dann wurde er übergangslos ernst. „Steig ab, Lyria, wir müssen sofort von der Hauptstraße runter! Ich hoffe ich kenne mich hier noch einigermaßen aus."
Damit schwang er sich aus dem Sattel, nahm sein Pferd am Zügel und zog es von der gepflasterten Hauptstraße nach links in eine weitere kleine Gasse, die mitten in ein Wohnviertel hineinführte. Im nächsten Moment folgte ihm Lyria, die ihre Überraschung schnell überwunden hatte, in die Gasse hinein. Hier war es noch spürbar dunkler, da der Morgen gerade erst in den Vormittag überging und die Sonne noch tief am Himmel stand. Bereits wenige Schritt innerhalb der Gasse machte der typische, salzdurchsetzte aber nicht unangenehme Geruch der Hafenstadt einem wesentlich schlechteren Gemisch aus Unrat und Fäulnis Platz und in den Winkeln und Ecken sahen und hörten sie die huschenden Bewegungen von Ratten.
„Komm neben mich, Lyria!", sagte Alvion absichtlich zu laut und drehte sich kurz nach seiner Schwester um. Der kurze Augenblick hatte nicht gereicht, um ganz sicher zu sein, doch er glaubte gesehen zu haben, dass sich am Beginn der Gasse jemand anschickte, ihnen nachzuschleichen. Ruhig gingen sie nebeneinander weiter, passierten einige Kreuzungen zu anderen kleinen Straßen und warteten, bis ihre eine Biegung machte, sodass man sie von der Hauptstraße aus nicht mehr sehen konnte, bis sie zur Linken an einer Sackgasse vorbeikamen. Das war genau das, worauf Alvion gewartet hatte, daher zog er sein Pferd sofort hinein und rief flüsternd nach seiner Schwester. Lyria folgte ihm sofort, auch wenn sie nicht verstand, was Alvion vorhatte, doch sie fragte nicht danach. Die Sackgasse endete an einer hohen Steinmauer und war bereits nach wenigen Schritt in fast völlige Finsternis gehüllt. Sofern es überhaupt möglich war, empfanden sie den Gestank nach Unrat hier noch schlimmer, doch für die kurze Zeit, die Alvion hier zu verweilen gedachte, musste es gehen. Als er das Ende der Gasse erreichte, ließ er die Zügel los und nahm die Schnauze seines Pferdes in beide Hände. Beruhigend strich er über das weiche Fell und beugte sich dann zum Ohr des Tieres hinauf.
„Ganz ruhig, alter Knabe, ich bin gleich zurück!", flüsterte er. „Sieh zu, dass dein Pferd sich ruhig verhält und dann komm!", sagte er leise zu seiner Schwester, die neben ihm stand.
„Was ist eigentlich los, Alvion?", fragte Lyria leise, als sie ihr Pferd auf ähnliche Weise beruhigt hatte.
„Zieh dein Schwert und komm mit bis zur Ecke!", befahl er stattdessen flüsternd. „Wir werden verfolgt und ich will wissen von wem! Wenn es mehrere sind, musst du mir helfen und denk dran: Es reicht, wenn einer am Leben bleibt, der unsere Fragen beantworten kann!"
Der harte Unterton in Alvions leiser Stimme gefiel Lyria überhaupt nicht, doch sie folgte ihm widerspruchslos bis zur Ecke der Gasse, wo Alvion verharrte und nun ebenfalls sein Schwert zog. Ein leichtes Zittern befiel sie, da sie vor der ersten Bewährungsprobe ihrer neu erworbenen Fähigkeiten stehen mochte und Alvion auf keinen Fall enttäuschen wollte, doch es gelang ihr, ihre Aufregung zu zügeln und ruhig hinter ihrem Bruder zu warten. Gleichzeitig schockierte seine Kaltblütigkeit sie immer noch. Bereits im nächsten Augenblick waren in unmittelbarer Nähe mehrere geflüsterte Stimmen und sich nähernde Schritte zu vernehmen, die belegten, dass Alvion recht gehabt hatte.
„Sie können nicht weit sein, sie sind vorher nicht abgebogen!"
„Hinter der nächsten Biegung sehen wir sie bestimmt wieder und denkt dran: Die Frau gehört mir!", erwiderte eine raue Stimme, doch sofort widersprach ein Dritter, woraufhin die bisher zu hörenden Schritte verstummten. Gleich darauf hörte Alvion, der vor Wut mit den Zähnen knirschte, eine weitere Stimme, fast unmittelbar neben sich. Ihre Verfolger mussten gleich hinter der Ecke sein, daher zog er nun auch seinen Dolch und lauschte weiter. Nach diesen Worten war auch bei Lyria der letzte Rest von Aufregung verflogen, denn nun hatte sie mehr als nur berechtigte Gründe, sich vehement zu verteidigen.
„Oh nein, Farsa, das machen wir aus, wenn wir sie haben und der Kerl erledigt ist!", protestierte ein anderer.
„Schon gut", lenkte der Erste ein, „aber jetzt kommt, sonst sind sie in Lares' Revier und jemand anderes schnappt sie sich!"
Gleich darauf hörten sie mehrere Paar – Alvion zählte mindestens fünf – Schuhe, die sich wieder in Bewegung setzten. Einen Lidschlag später kam der Erste direkt an Alvion vorbei, ohne ihn zu bemerken, dann folgten bereits die nächsten. Mit dem Überraschungsmoment auf seiner Seite sprang Alvion auf...

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